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Aus den Kirchmeierrechnungen lässt sich belegen, dass die Gampeler 1811 nach "dem Befehl der Orgel-Commission" bei Daniel Fueter in Bern ein neues Orgelwerk besichtigten und auch kauften. Zum Einbau musste die Empore verbreitert werden, was heute noch gut am zweiten Säulenpaar erkennbar ist. 1812 konnte die Orgel mit Pferd und Wagen in Bern abgeholt werden. Weitere Eintragungen zeigen, dass die Orgelmacher Sutter und Wyss aus Bern für die nötigen Abänderungen und das Einrichten in der Kirche verantwortlich waren. Als Erbauer kommen aber weder Sutter und Wyss noch Fueter, der sich zur damaligen Zeit als Unternehmer und Handelsmann mit Vermittlungen betätigte, in Frage. Eine andere Quelle führt aber auf den eigentlichen Erbauer: Der Berner Burgerspitalverwalter Otth musste sich in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach einem neuen Orgelwerk erkundigen und erwähnte in seinem Bericht den Orgelmacher Johannes Stölli von Habstetten, der auch das Instrument in Gampelen gefertigt habe. Die "Handschrift" Stöllis ist an den heute noch erhaltenen Prospektverzierungen und den Frontpfeifen eindeutig ablesbar. Die Frage, warum Stölli den Einbau in der Kirche von Gampelen nicht selber tätigte, bleibt offen. Vielleicht war er zu der Zeit mit dem Bau des Orgelwerks in Erlenbach beschäftigt. Die Gampeler Orgel wurde am 6. Juni 1812 erstmals gespielt. Die einmanualige Anlage mit Pedal hatte vermutlich 9 Register. Im Jahr 1909 musste das Werk von Stölli leider wegen technischer Mängel einer Occasions-Orgel der Firma Goll aus Luzern weichen. Dabei wurden nur noch die Front der ursprünglichen Anlage und die Prospektpfeifen weiter verwendet, die aber von da an nicht mehr klingend waren. Die Orgel wurde seitlich verbreitert. Damit das ehemalige Werk aus der englischen Kirche in Vevey Platz hatte, musste die Kirchendecke wegen der langen Pfeifen durchbrochen werden! Die Orgel hatte 9 Register auf zwei Manualen und Pedal. Auch dieses Werk wurde mehrmals umgebaut und erweitert. Vor der letzten Kirchenrenovation 1993 verschlechterte sich der Zustand des pneumatisch gesteuerten Werkes. Eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anlage wurde beschlossen. Das heutige Werk konnte wieder weitgehend nach der alten Tradition gebaut werden. Dazu haben wir die entsprechenden Materialien verwendet. Thomas Wälti, Orgelbauer in Gümligen Quellen zur Geschichte aus "Die Bernischen Orgeln" von Dr. h.c. Hans Gugger, Ittigen |
Hörprobe 2 |


